Das Konzept der neuen Autorität

Ein Arbeitskonzept nach Haim Omer!

Seit 2015 versuchen wir in möglichst vielen Situationen das Konzept der Neuen Autorität anzuwenden. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Punkte des Konzepts und es werden laufend aktuelle Fälle und Beispiele veröffentlicht.

Hier gelangen Sie zu einer Präsentation zum Gesamtkonzept.


Wertschätzung ist der zentrale Begriff im Konzept der Neuen Autorität. Durch viele kleine Aktionen, versuchen wir diesen Wert mit Leben zu füllen. 

Nach dem Käpplefäscht war es bisher "Brauch", dass die Maturanten am nächsten Morgen an der Schule weiterfeiern und alle möglichen Dinge anstellen. Dabei ist es immer wieder zu Problemen, Sachbeschädigungen und Streitereien zwischen Schülern gekommen.

Nach dem letzten Käpplefäscht im Jahre 2015 wurde von der Schulleitung überlegt, alle schulischen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Käpplefäscht zu verbieten, genau so, wie es an vielen anderen Schulen bereits geschehen ist.

Um dieses wichtige Ritual weiterhin zu ermöglichen, wurden in Absprache mit den Schülern einige organisatorischen Änderungen vorgenommen. Seit dem Jahr 2016 machen die Maturanten nun eine Käpplefäschteinladung, besuchen dabei die Lehrkräfte im Unterricht und überreichen eine offizielle Einladung für ihr Käpplefäscht. Die ersten positiven Rückmeldungen zeigen, dass sich die Situation wesentlich entspannt hat. Somit steht im nächsten Jahr einer Käpplefäschteinladung nichts im Wege. 

Die Vorgeschichte:

Schüler A kämpft mit Schüler B im Gang und beide betrachten dies einvernehmlich als Spiel. Schüler C gesellt sich dazu und mischt sich ein, bis die Situation kippt. Aus dem Spiel wird Ernst. Schüler A gerät in Rage, weil er sich ungerecht angegriffen fühlt. Schüler A und C beginnen nun eine ernsthafte körperliche Auseinandersetzung. Eine zufällig anwesende Lehrerin versucht die Kontrahenten zu beruhigen, jedoch ohne Erfolg. Es ist am Schluss noch das Eingreifen des Schulwartes nötig, um die Schüler nachhaltig zu trennen und die Situation zu beruhigen. Die Lehrerin ist erschrocken darüber, dass Schüler A die Kontrolle über sich verloren hat und ein für sie beängstigendes Aggressionspotential gezeigt hat.

Weiteres Prozedere

Der Vorfall wird dem Direktor gemeldet und dieser vereinbart mit dem KV, dass mit den beiden Schülern Maßnahmen zum Aggressionsabbau getroffen werden sollten. Der KV bittet mich um Rat und ich biete an, Kontakt mit einem mir bekannten und geschätzten Trainer des Karate-/Selbstverteidigungsclubs aufzunehmen. In Absprache mit dem Direktor vereinbare ich mit dem Trainer, dass die beiden Burschen in der kommenden Woche zweimal zum Training erscheinen. Beide Trainingseinheiten werden vom Trainer gratis angeboten.  Zu seiner Absicherung wünscht sich der Trainer noch Informationen über das Aggressionsverhalten der beiden Burschen, um mögliche Situationen besser einschätzen zu können. Zufälligerweise sind beide Schüler auch Schüler in meinem Unterricht, was die Sache erheblich erleichtert. Mit den beiden treffe ich Absprachen über die Zeit, den Ort und die Sportbekleidung, die mitzubringen sind. Beide versprechen zuverlässig zu kommen.

Durchführung:

Zum vereinbarten Termin sind beide Schüler pünktlich anwesend und ich stelle sie dem Trainer vor. Er führt mit beiden ein Gespräch über die grundsätzlichen Regeln in seinem Trainingslokal. Beide Schüler nehmen am durchaus anspruchsvollen Training teil und sind bewusst als Trainingspartner eingeteilt. Am nächsten Morgen um 7.20 Uhr in der Englischstunde nehme ich beide als ungewöhnlich ruhig und zufrieden war. Es ging keine Störung des Unterrichts von einem der beiden aus. Nach der Stunde zeigt sich die Klasse interessiert an dem Geschehen, stellt Fragen und beobachtet die Beteiligten.

Zum zweiten Termin komme ich erst zur Schlusseinheit und stelle sicher, dass sich die beiden Schüler in aller Form verabschieden und bedanken. Beide sind ziemlich ausgepowert und machen einen zufriedenen Eindruck. Insgesamt kann ich sagen, dass mein persönliches Ansehen bei den beiden Schülern deutlich gestiegen ist. Mein Wort hat mehr Gewicht bekommen. Dadurch wird der Unterricht auch angenehmer für mich. Das Ansehen der Schule ist auch gestiegen: Ein Regelverstoß hat Folgen, die körperlich spürbar werden! Es gibt mehr als nur das übliche Gespräch, dem sie meist schon lehrertaub entgegentreten. In weiterer Folge ist es in der betreffenden Klasse zu weiteren Regelverstößen gekommen. Ich habe dabei den Eindruck gewonnen, dass weitere Schüler auch in den „Genuss“ von Sondermaßnahmen kommen wollten und das allgemeine Geschehen mit großen Interesse von der Klasse beobachtet wurde. Frage: „Was passiert jetzt als Nächstes?“ In enger und zeitnaher Absprache mit der KV haben wir dann jeweils situations- und personenangepasste Maßnahmen gesetzt und für alle Beteiligten befriedigende Ergebnisse erreicht.

Insgesamt beurteile ich die Umsetzung des Konzeptes als

-           Beziehungsintensiver,

-           Befriedigender,

-           leichter (weil ich im Team arbeite und mich unterstützt fühle),

-           schwerer (weil ich mich nicht drücken darf).

Die Unterrichtsarbeit ist angenehmer geworden und es lohnt sich, hier die Energien präventiv zu investieren, um dann nicht ernsthafte, unangenehme Situationen aufarbeiten zu müssen. Gleichzeitig stärkt diese Grundhaltung auch die Beziehungen zwischen Kolleg/innen.  Ich möchte jedenfalls auf diesem Weg weitergehen.

Persönliche Zusatzbemerkung

Als Mutter zweier Söhne finde ich, dass Schule speziell den Buben zu wenige Möglichkeiten der Körperlichkeit bietet. Der Turnunterricht ist oft fußballorientiert. Meine Kinder schätzen den Ausgleich im Kampfsport in ihrer Freizeit. Sie kennen ihre Grenzen ganz genau und trainieren selbstverständlich den Respekt vor dem Trainingspartner. Im Sport wie im Leben findet sich immer jemand, der stärker ist, und ein grundsätzlich respektvoller Umgang ist im Leben immer ein unschätzbarer Vorteil. Meine Kinder sind in ihrer Schullaufbahn, obwohl eher kleiner als ihre Mitschüler, nie Opfer von körperlichen Übergriffen geworden!

5. April 2016

Jede Lehrkraft hat das Recht ungestört zu unterrichten und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen. Dieses Recht muss von allen anderen Schülern respektiert werden. Als konkrete Maßnahme zur Umsetzung eines akzeptablen Lernklimas in der Klasse, haben sich alle Lehrkräfte auf die Einführung des sogenannten Kühlschranksystems geeinigt.

Dabei stellen sich Lehrkräfte in höheren Klassen zur Verfügung und beaufsichtigen während ihrer Stunden Schüler, die in anderen Klassen durch Störungen und unangebrachtes Verhalten den Unterricht behindern. Ein solcher Schüler bzw. eine solche Schülerin wird von der Lehrkraft im Klassenbuch vermerkt und in das Sekretariat geschickt. Dort erhält er einen Laufzettel mit Arbeitsaufträgen und wird einer Kühlschrankklasse zugeteilt. Der Schüler arbeitet dort selbständig an Aufgaben. Zusätzlich überlegt er eine Vereinbarung, die eine sichtbare Alternative zu dem störenden Verhalten sein soll. Diesen Vereinbarungsvorschlag bespricht er dann am Ende der Unterrichtsstunde mit der Lehrperson, die ihn aus dem Klassenzimmer geschickt hat.

Hält sich der Schüler in den folgenden Stunden nicht an die Vereinbarung, wiederholt sich das Prozedere.

 

 

 

Rückmeldung, Feedback und Kommunikation sind die Grundlagen für Verbesserungen und Weiterentwicklungen der Schule. In unser Feedbackkonzept sind Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Direktion eingebunden und jedes Schuljahr werden die entsprechenden Umfragen durchgeführt.

Direktion: Die Schulleitung erhält am Ende des Jahres eine standardisierte Rückmeldung von allen Lehrkräften. Die Ergebnisse werden zu Beginn des nächsten Schuljahres veröffentlicht und auf der Konferenz vorgestellt.

Lehrkräfte: Alle Lehrkräfte erhalten pro Schuljahr von mindestens zwei Klassen ein anonymes Feedback. Die Auswahl der Klassen erfolgt zufällig. Die Ergebnisse werden den Lehrkräften und der Schulverwaltung zur Verfügung gestellt.

Konferenzen: Nach jeder Konferenz erfolgt eine kurze Befragung, um Ansätze für Verbesserungen zu erhalten. 

Schule: Für eine regelmäßige Einschätzung der Schulentwicklung und einen Vergleich mit anderen Schulen wird der sogenannte Screeningfragebogen von QIBB eingesetzt.

Wie jede Schule haben auch wir mit hohen Fehlzeiten von Schülern zu kämpfen. Um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen, haben wir ein Konzept entwickelt, welches verschiedene Zugänge zum Thema wählt.

SMS: Monatlich werden die Fehlstunden der Schülerinnen und Schüler ausgewertet. Werden bestimmte Kriterien überschritten, so erhalten die Erziehungsberechtigten eine SMS, in der sie über die Fehlzeiten ihrer Kinder informiert werden. 

Feststellungsprüfungen: Versäumt eine Schülerin oder ein Schüler viel Unterrichtszeit in einem Fach, so ist eine sichere Beurteilung nicht mehr möglich. In diesem Fall kann in diesem Fach eine sogenannte Feststellungsprüfung durchgeführt werden. Sollte diese nicht abgelegt werden, so kann der Schüler nicht beurteilt werden, und das Schuljahr muss wiederholt werden.

Abmeldungen: Sollte ein Schüler bzw. eine Schülerin längere Zeit dem Unterricht fernbleiben, so kann er von der Schule abgemeldet werden. Durch Eltern- und Schülergespräche sollen für solche Schüler sinnvolle Alternativen für seine weitere Entwicklung aufgezeigt werden.

IFS-Projekt: Unser Schulsozialarbeiter führt mit Schülern, Eltern und Lehrkräften ein Projekt zur Minimierung von Fehlstunden durch.