Geschichte der Schule

von 1903 - 1938

Die Geschichte unserer Schule beginnt, als Alwin Hauser seine private Schule in Bregenz schließen musste. Im Februar 1902 war mit einem Aufsatz eines Thurgauer Bürgers im Gemeindeblatt auf das erfolgreiche Wirken dieser Privatschule aufmerksam gemacht worden. Anfang März schrieb Alwin Hauser Sprach- und Handelskurse in Lustenau aus. 14 Tage später teilte er die Übersiedlung nach Lustenau mit. Bemerkenswert war, dass er separate Kurse für Töchter anbot.

Als Hauser 1903 ein Subventionsansuchen an die Gemeinde richtete, begann diese kaufmännische Fortbildungsstätte zum öffentlichen Interesse zu werden. Der plötzliche und tragische Tod von Hauser im Juli brachte die Gemeinde in unvorhergesehenen Handlungszwang. Am 20 Juli beschloss die Gemeindevertretung die bisherige private Handelsschule als "Kommunal-Gewerbe- und Handelsschule" zu eröffnen. Zum Direktor der Schule wurde der schon bei Hauser als geschätzter Lehrer tätige Alfred Wehner.

Am 16. September 1903 begann die Schule im 3. Stock der Volksschule Rheindorf mit 2 Klassen und insgesamt 20 Schülern. Ein Jahr später wird der Lehrplan dem Typ der 2-klassigen Handelsschulen angenähert und der Name auf "Kommunal-Handelsschule" geändert.

1905 beschloss man einen Neubau. Zwei Bürger stellten gratis Grundstücke zur Verfügung. Durch die große Spendenfreudigkeit der Bevölkerung konnte der Neubau rasch realisiert werden und am 17. September 1908 wurde die Schule wieder eröffnet.

Nicht nur das Raumproblem war vorausschauend gelöst, auch die Bemühung um die Einbettung in das öffentliche Schulwesen konnte durch die Zuerkennung des Öffentlichkeitsrechtes 1913 befriedigend abgeschlossen werden. Das bedeutete für die Absolventen den Ersatz einer Lehrzeit im Handelsgewerbe und die Verkürzung der Militärdienstzeit auf 2 Jahre. Dir. Wehner konnte die notwendige Aufstockung des Lehrkörpers für die mittlerweile rund 100 Schüler in 3 Klassen bewerkstelligen.

Mit Erlass des Unterrichtsministeriums wurde 1910 die Förderung der körperlichen Entwicklung der Schüler mit 70 Jahresstunden und 2 Jahre später der Schießunterricht für die reifere Jugend angeordnet. Als 1914 der Krieg begann mussten die Hälfte der Lehrer in den Militärdienst ziehen und somit wurde der Schulunterricht in einigen Fächern eingeschränkt.

Nach Erklärung zur 1. Republik ordnete das neu geschaffene Staatsamt für Unterricht den neuen Titel "Öffentliche Handelsschule Lustenau" an. In den Folgejahren stiegen die Schülerzahlen kräftig an, so dass in den zwanziger Jahren bereits 180 Schüler in 5 Klassen unterrichtet wurden.

Im Schulalltag wirkte sich die schwierige Wirtschafts- und Finanzlage, wie auch in den einzelnen Familien, aus. In der Mangelwirtschaft blühte die Inflation, so dass 1924 für einen Schweizer Franken bereits 12.400 Kronen bezahlt werden mussten und die Gemeinde Lustenau einen Voranschlag über fast 2 Milliarden erstellte.

Mit seinem altersbedingten Ausscheiden 1936 verließ Direktor Wehner die Schule und machte Platz für den neuen Direktor Josef Linder.

Noch 1932 war es ihm mit Unterstützung des Handelsschulkuratoriums und einer verhältnismäßigen knappen Mehrheit in der Gemeindevertretung von 19 : 16 Stimmen gelungen, auch den Mädchen den Eintritt in die Schule zu ermöglichen.

Zusammen mit dem Eintritt geburtenstarker Jahrgänge stiegen die Schülerzahlen auf rund 250, verteilt auf 5 Klassen, so dass fallweise bis zu 60 Schüler in einer Klasse unterrichtet werden mussten.

Nach dem Abgang von Direktor Wehner übernahm Dr. Josef Linder die Leitung der Schule. Im Jahre 1937 gründete er die erste Handelsakademie und mit dem Schuljahr 1937/38 konnte die erste Klasse nach einem Erlass des Unterrichtsministerium ihren Betrieb aufnehmen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 verlor nicht nur Dr. Linder seinen Direktorposten, auch die Handelsakademie hatte nur ein kurzes Leben. Sie wurde im Herbst 1938 kurzerhand nach Bregenz-Mehrerau verlegt und die Handelsschule mit dem Titel "Gemeindliche Wirtschaftsschule des Marktes Lustenau für Knaben und Mädchen" versehen. Erst im Schuljahr 1949/50 kehrte die Schule wieder nach Lustenau zurück. 

Weiter Informationen zur Geschichte unserer Schule finden Sie in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Handelsschule Lustenau.